Einsatzgebiete des Plasmaschweißen



Plasmageschweisster Schwimmerbehaelter
Schwimmerbehälter aus Edelstahl (Wandstärke 0,3 mm)
Plasmageschweisster Messergriff
Messergriff (Plasmageschweisst, mit Zusatzdraht)
Plasmageschweisster Druckbehaelter
Druckbehälter (Wandstärke 2,4 mm)
Mikroplasmageschweisster Ventilschaft
Ventilschaft (gasdicht geschweisst)

Das Plasmaschweißen ist geeignet zum Schweißen aller schmelzschweißbaren Metalle. Die Besonderheit des vergleichsweise hohen Nahtformfaktors (Verhältnis Nahttiefe/Nahtbreite) und des daraus resultierenden geringeren Verzuges und der hohen Schweißnahtqualität haben dazu geführt, dass das Haupteinsatzgebiet die hochlegierten Stähle bilden. Die hohe Viskosität der Schweißbäder dieser Stähle ermöglicht es, bei Stumpfstößen ohne Badsicherung zu arbeiten. Die Nahtwurzel bildet sich frei aus, ohne dass das Schmelzbad ?durchfällt?.

Die hohe Leistungsdichte führt auch beim Schweißen gut wärmeleitfähiger Metalle wie Kupfer und Kupferlegierung zu Vorteilen.

Das Plasmaschweißen von Aluminium mit der Elektrode am Pluspol findet in jüngster Zeit verstärkte Anwendung.

Das Plasmaschweißen von un- und niedriglegierten Stählen wird zunehmend eingesetzt. Der hohe Nahtformfaktor, wie er insbesondere beim Stichlochschweißen erreicht wird, kann zu verstärkter Porenbildung wegen ungenügender Ausgasung des Schweißgutes führen. Daher ist unter Umständen die Zugabe von Zusatzwerkstoff erforderlich. Die höhere Produktivität im Vergleich zum WIG-Kurzzeitschweißen begründet den Verfahrenseinsatz.

Beim Dünnblechschweißen bis 3 mm (4mm) hat neben dem maschinellen Schweißen auch das Handschweißen seine Berechtigung. Mit zunehmender Blechdicke und Stromstärke scheidet das manuelle Schweißen aus.

Beim ?Stichlochschweißen? durchdringt der harte Plasmabogen das Material ? es bildet sich eine Schweißöse und der Plasmastrahl ist auch auf der Unterseite des Bleches sichtbar. Hinter dem Plasmastrahl fließt das Schweißgut wieder zusammen und bildet die Plasmaschweißnaht. Das Sticklochschweißen wird zum Schweißen im I-Stoß ab ca. 3 mm bis ca. 8 mm Blechdicke eingesetzt.

Bei sehr dünnen Folien ist gleichermaßen das maschinelle Schweißen vorzuziehen. Das Mikroplasmaschweißen ( 0,1 bis 25 A) erleichtert allerdings auch das Handschweißen bei niedrigem Schweißstrom. Beim WIG-Schweißen mit Stromstärken von < 10 A muss der Lichtbogen so kurz gehalten werden, dass das Schweißen zunehmend Schwierigkeiten bereitet. Die andere Lichtbogencharakteristik des Plasmabogens lässt einen deutlich längeren Lichtbogen zu.

Die "Härte" des Plasmabogens kann durch die Wahl der Plasmadüse und die Plasmagasmenge beeinflusst werden. Ein großer Düsendurchmesser in Verbindung mit niedriger Plasmagasmenge führt zu einem weichen Plasmabogen. Der harte Plasmabogen, der zum Schweißen dickerer Bleche mit der Informationen über das Plasmastichlochschweißen"Stichlochtechnik" verwendet wird, entsteht durch die Wahl einer kleinen Düse und einer höheren Plasmagasmenge.