Häufig gestellte Fragen in der Gaseversorgung



Nachfolgend erhalten Sie Antworten auf immer wieder auftauchende Fragen zur Gaseversorgung.

Sollte Ihre Frage in diesem Bereich noch nicht beantwortet werden, rufen Sie uns an oder besser noch, Ihre Frage können Sie hier stellenschicken Sie uns einfach eine kurze Anfrage.

Wir werden Ihre Frage gern beantworten und ggf. hier ergänzen.

Welcher Druckminderer für welche Anwendung?



allgemeine Druckminderer Bezeichnungen
FlaschendruckreglerFlaschendruckminderer werden benutzt, um den Gasflaschendruck auf ein niedrigeres, verwendbares Niveau zu reduzieren.
LeitungsdruckreglerLeitungsdruckminderer werden benutzt, um den Leitungsdruck auf verschiedene Druckniveaus zu reduzieren, während die Strömungskapazität so hoch wie möglich gehalten wird.
EntnahmestellenEntnahmedruckminderer werden für maximale Genauigkeit, Flexibilität und Abschaltmöglichkeit an der Verwendungsstelle verwendet.
BündelanlagenEntspannungsstationen werden im Zentralgassystem installiert (Gasflaschenlagerraum oder Gaskabinet). Sie reduzieren Gasflaschen/Tank-Druck auf einen bestimmten Leitungsdruck. Über das nachgeschaltene Leitungssystem wird das Gas zur Verbrauchsstelle geleitet. 

Welche Vorteile hat ein zweistufiger Druckminderer gegenüber einer einstufigen Ausführung?



Ein zweistufiger Druckminderer sichert die Konstanz des Ausgangsdruckes unabhängig von der Änderung des Vordruckes. (Vordruckausgleich Effectsiehe auch Vordruckausgleich Vulkan Effect)
Durch die Entleerung des Gasevorrates sinkt der Eingangsdruck am Druckminderer. Dies hat eine physikalisch bedingte Steigerung des Ausgangsdruckes beim einstufigen Druckminderer zur Folge. Durch die zwei Druckreduzierungsstufen beim zweistufigen Druckminderer wird dieses Phänomen verhindert, weil die Druckänderungen am Ausgang der ersten Druckreduzierungsstufe relativ klein sind und durch die zweite Druckreduzierungsstufe ausgeglichen werden.

Schützt das Sicherheitsventil am Druckminderer meine



Das Sicherheitsventils hat den alleinigen Zweck den Druckminderer zu schützen! Es öffnet sich, wenn der Ausgangsdruck am Druckminderer einen bestimmten Wert, am Ventil fest eingestellt und in der Regel 1,6 bis 1,8-fach höher als der maximale Nennhinterdruck, überschreitet.
Laut Druckgeräterichtlinie sind nachgeschltete Geräte, separat vor unzulässigem Druckanstieg zu schützen. Hierzu muss ein separates Sicherheitsventil eingesetzt werden.

Welche Bedeutung hat der Helium-Lecktest hinsichtlich der Qualität der Armaturen?



Der Heliumlecktest gilt als Nachweis der Leckage. Er gibt Hinweise auf die Dichtigkeit der Armaturen nach außen und - noch wichtiger - nach innen.
Ein Wert von 1x10(-9) mbarl/s ist dabei besser als ein solcher von 1x10(-8) und bedeutet eine Leckage des Systems von 1 cm3 in 30 Jahren.

Wann ist eine Spülung der Armatur zu empfehlen?



Eine Spülung der Armatur mit Eigengas oder mit Fremdgas ist in folgenden Fällen zu empfehlen:

  1. aus Sicherheitsgründen:
    wenn der Druckminderer ausgebaut werden soll, muss er vorher mit Fremdgas (Stickstoff, Helium) gespült werden, um eine Gefährdung zu vermeiden
  2. aus Reinheitsgründen:
    um die Luft nach einem Flaschenwechsel aus dem System zu entfernen und nachgeschaltete Verbraucher mit der Reinheit zu versorgen, die in der Flasche angeliefert wird, ist eine Eigengasspülung zu empfehlen.
  3. um Korrosion der gaseführenden Leitungen oder chemische Veränderung des Gases selbst zu vermeiden.
    (Luftfeuchte oder andere Bestandteile der eingedrungenen Luft können sowohl das Leitungssystem als auch das Gas selbst verändern).

Welche Methoden der Spülung gibt es!



Zur Spülung wird eine Folge von Druckbeaufschlagung, gefolgt von Druckentspannung mit Entlüftung benutzt. Es wird empfohlen diese einfache Reihenfolge bis zu 10x zu wiederholen.

Die Eigengasspülung benutzt das Prozessgas zur Spülung, die externe Fremdgasspülung wird hingegen mit Inertgas über einen besonderen Einlass  ausgeführt. Die Spülung mit einem externen Inertgas ist ein äußerst wichtiger Faktor beim Wechsel der Gasflaschen:

  1. Spülen des im System zurückgebliebenen Restgases vor dem Flaschenwechsel erhöht die personelle Sicherheit.
  2. Aufrechterhalten der Gasreinheit durch Spülung/ Verdrängung der atmosphärischen Luft, die nach Flaschenwechsel in das System eingedrungen ist.
  3. Spülen mit trockenem Inertgas reduziert Feuchtigkeit und erhöht die zu erwartende Lebensdauer, beim Einsatz korrosiver Gase.

Bei hochreinen Gasen wird durch Spülung Luft/ Feuchtigkeit aus dem System entfernt bevor das Prozessgas eingeleitet wird, um die Reinheit des Gases zu bewahren und die Systemzuverlässigkeit zu erhöhen.

Bei toxischen Gasen entfernt die Spülung das Prozessgas aus dem System bevor das System zur Atmosphäre geöffnet wird und minimiert dadurch das Risiko der Kontamination des Bedieners und dessen Umgebung.

Bei korrosiven Gasen entfernt die Spülung Feuchtigkeit aus dem System. Durch Feuchtigkeit können starke Säuren und möglicherweise festes Material produziert werden welche Systemausfälle durch Korrosion und/ oder partikuläre Verunreinigung verursachen können.

Empfohlen wird z.B. der Einsatz von trockenem Stickstoff zum Spülen.